Ein Neues System

Das wirtschaftliche System, welches zurzeit vorherrscht, ist als Neoliberalismus bekannt. Seinen Aufschwung hatte es in den 1980ern mit Margaret Thatcher und Ronald Reagan, und es hat nunmehr seit 40 Jahren die Weltwirtschaft im Griff. Während all dieser Zeit wurden die Fehlentwicklungen mehr und mehr sichtbar, vom Klimawandel und Umweltverschmutzung bis zur stagnierenden und gar steigenden sozialen Ungerechtigkeit. Im „World Social Report 2020“ heißt es:

„Trotz des Fortschritts in manchen Ländern, haben sich Einkommen und Reichtum zunehmend an der Spitze konzentriert. Das Einkommen der reichsten 1% ist in 59 von 100 Ländern gestiegen bei Ländern mit Daten von 1990 bis 2015. Im Vergleich war das Einkommen der ärmsten 40 Prozent um 25% geringer in den 92 Ländern mit Daten.“

Armut schlägt sich nicht nur in geringerer Kaufkraft wieder, sonder auch in einem weniger aktiven Sozialleben (da zum Beispiel das Ausgehen in Restaurants oder Bars teuer ist). Die Bildungsmöglichkeiten sind ebenso eingeschränkt, und für arme Familien wird dies zu einem Teufelskreis. Auch entsteht durch die finanzielle Instabilität Stress, dieser Stress wird wiederherum zu Druck, und dieser Druck hat auch psychische Folgen wie Alkoholsucht und Depressionen.

Neben den menschlichen Aspekt gibt es natürlich auch den wirtschaftlichen, wie die US Behörde „Government Accountability Office“ festhält:

„Recherchen haben ergeben, dass Armut wirtschaftlichen Wachstum negativ beeinträchtigen kann indem es die Ansammlung vom mensclichen Kapital (i.e. Arbeitskraft), Kriminalitätsrate und soziale Unruhen beeinflusst. Wirtschaftliche Theorien haben schon seit langem darauf hingewiesen, dass menschliches Kapital – welches die Bildung, Arbeitserfahrung, Ausbildung, und Gesundheit der Arbeitskraft ist – als fundamentale Kraft für wirtschaftlichen Wachstum angesehen wird. Die Zustände welche mit Armut assoziiert werden können gegen die Entwicklung des menschlichen Kapitals wirken, indem sie die individuelle Fähigkeiten sich gesund zu halten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln beschränken. Dies wiederherum senkt das Potential Talente, Ideen, und sogar Arbeit in die Wirtschaft miteinzubringen.“ (Übersetzt aus dem Englischen)

Daher ist es nicht nur ethisch korrekt jedem Individuum in der Gesellschaft die gleiche Chancen auf Bildung, Weiterbildung, und einem qualitativem hochwertigen Leben zu ermöglichen, sondern auch wirtschaftlich. In einer Welt die immer weiter digitalisiert wird, ist auch die Fortbildungsmöglichkeit für Arbeitnehmer die schon seit längerem erwerbstätig sind von großer Bedeutung. Jedoch muss Wirtschaft und Politik von dem Gedanken des „ewigen Wachstums“ wegkommen, es ist auch höchst irrational in einer Welt mit endlichen Ressourcen. Anstatt eine Wirtschaft die endlos wächst, sollte die Politik stattdessen eine Wirtschaft anstreben die alle unterstützt. Diese Produktivität wiederherum unterstützt die Wirtschaft. Das Neoliberale System, welches zurzeit vorherrscht, kann dies niemals erreichen.

Was für ein System dann?

Um es vorab aus dem Weg zu haben: Nein, ich argumentiere nicht für den Sozialismus. Meine Idee für ein System ist eines, dass durchgehend demokratisiert ist – politisch und wirtschaftlich – und für alle arbeitet. Hierbei gibt es kein ideales Wirtschaftssystem, aber es sollten jedoch Rahmenbedingungen gelten:

  1. Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit müssen eine große Rolle spielen, dazu zählt der Aufbau eines Umweltbewusstseins und sozialen Bewusstseins.
  2. Mehr demokratie um den Menschen eine aktivere Rolle in der Politik zu geben, sei es durch Abbau von der Bürokratie um Bürgerinitiativen zu vereinfachen (z. B. Bau eines Spielplatzes an dem die lokale Gemeinschaft teilnimmt) oder mehr Transparenz bezüglich der Verwendung der Steuergelder [wobei das oder idealerweise ein und ist].
  3. Eine größere Rolle der Wissenschaft in Politik und Wirtschaft, damit objektivere und effektivere Entscheidungen getroffen werden können. Auch die Gesellschaft sollte wissenschaftlichisiert werden (z. B. Naturwissenschaftliche Zusammenhänge erklären durch ein einfach zugängliches Netzwerk – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene).
  4. Einhaltung der Menschenrechte, auch in Unterentwickelten Ländern um eine Ausbeutung zu verhindern. Der Profit, welche dort geschaffen wird, sollte mindestens zu 50% an das Land gehen, damit es sich wirtschaftlich weiterentwickeln kann. Auch die Ethik in der Wirtschaft generell sollte eine größere Rolle spielen.

Dies wären die 4 Hauptbedingungen die ich stellen würde, und im Laufe der Zeit werde ich auch noch meine eigenen politischen Ideen vorstellen die auf dieser Vorstellungen beruhen. Damit ist jedoch dieser Text noch nicht zu Ende.

Italien, Griechen und Spanien

Die Zukunft Europas hängt von Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung ab, aber wie es sich leider herausgestellt hat, gab es nicht viel an europäische Solidarität – insbesondere bei Italien. Covid-19 wütet noch immer durch Europa und die Welt, doch es hat dabei auch Fehler offengelgt die nun umso dringender korrigiert werden müssen. Leider bringt es nicht die Toten zurück die hätten vermieden werden können, wenn mehr Hilfe zur Verfügung gestanden hätte.

Da das Krisenmanagement fatal verlief – in der Corona sowie der Flüchtlingskrise – muss nun das wirtschaftliche und kulturelle zusammenarbeiten besser verlaufen. Eine demokratisierung und dezentralisierung der EU ist vielleicht sogar die optimale Antwort darauf. Bestimmte Themen wie Klimaerwärmung, Flüchtlinge und Verträge mit großen Vertragspartnern wie China und den USA müssten selbstverständlich auf internationale Ebene zwischen den EU-Mitgliedern gelöst werden. Konjunkturpolitik, Agrarpolitik, und andere Bereiche welche sich sehr stark unterscheiden müssen wiederherum auf nationaler Ebene gelöst werden. Die EU kann nach wie vor Experten aus anderen EU-Ländern von A nach B schicken, wenn es notwendig ist.

Und wer weiß, vielleicht wird durch einen intensiveren kulturellen Austausch – der nun das Internet vereinfacht – auch die Solidarität verstärkt. Vor allem in der jungen Generation die die Zukunft in jedem Land bildet.

Nur ein Europa das zusammenhält ist auch für zukünftige Krisen gewappnet, und davon wird es vermutlich noch viele geben.

Veröffentlicht von thomasbaroque

Ich schreibe über politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen. Meine eigenen politischen Ziele ebenso. / I write about politics, the economy and science (my English isn't that good, though). My own political goals and ideas as well.

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