Kultur Renaissance

Die Wiedergeburt der deutschen Kultur – zurück zu Dichtern und Denkern

Anmerkung: Dieser Artikel soll auch zur Diskussion anregen, daher kann es provokante Aussagen und Fragen enthalten, muss aber nicht.

Einführung

Deutschland ist ein kulturreiches Land – von Albert Einstein zu Heinrich Heine, und dafür ist es schon seit sehr langem bekannt. Immanuel Kant, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Sebastian Bach, E. T. A. Hoffmann, Friedrich Schiller, Wilhelm Hauff – um nur ein paar zu nennen. In der Wissenschaft, Kunst und Literatur gibt es zahlreiche bekannte Persönlichkeiten die auch im Ausland bekannt sind. Zu den einflussreichen Individuen gehört auch Karl Marx, und sicherlich kennen einige den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Eine Vielzahl an außergewöhnlichen Menschen die zur deutschen Kultur beigetragen haben und einen reichaltigen intellektuellen Schatz hinterlassen haben.

Um so tragischer und verherrender war es als die Nationalsozialisten im Jahr 1933 an die Macht kamen. Den sie haben nicht nur die erste deutsche Demokratie zerstört und durch einen kaltblütigen und aggressiven Krieg Millionen von Unschuldigen Menschen verfolgt, eingesperrt, gefoltert, versklavt und ermordet; sondern sie haben auch versucht ihnen unliebsame Schriften zu vernichten die sie als „undeutsch“ empfanden – darunter auch Heinrich Heine. Die deutsche Tradition von Dichtern und Denkern haben sie versucht zu stürzen und stattdessen eine Kultur der strikten Gehorsamkeit und Unbarmherzigkeit zu erschaffen – womit sie leider auch größtenteils Erfolg hatten.

Nach 12 Jahren der Terrorherrschaft endete daher nicht nur der zweite Weltkrieg, sondern auch der Krieg gegen die deutsche Kultur. Es dauerte 23 Jahre bis das Tabu durch die linksgerichtete und anti-autoritäre Jugendbewegung gebrochen wurde. Viele Studenten und Studentinnen begannen die Rolle ihrer Eltern in der Zeit während des Nationalsozialismus zu hinterfragen, ein großer Faktor waren die Notstandsgesetze welche viel Aufruhr unter den Jugendlichen erzeugte. Die Angst in eine erneute Diktatur zu stürzen waren groß, schließlich war die letzte gerade mal zwei Jahrzehnte her.

Um es kurz zu fassen: die 1968er spielen eine wichtige Rolle in der Aufarbeitung Deutschlands mit der NS-Diktatur. Die Nürnberger-Prozesse, welche vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 stattfanden, waren zwar auch eine Beschäftigung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten, diese hat sich aber hauptsächlich auf die Führungsriege des NS-Staates bezogen. Zudem war das Denazifierungssystem eine große Bürokratische Maschine die zwar einige Hauptverantwortliche und Nebenakteure gefassst und verurteilt hat, doch letztendlich war es nur ein Teilerfolg und der Apparatus verhedderte sich in Verwaltungsarbeit. 1950 endete die Denazifierung in den Westzonen, in der Sovjetischen Besatzungszone (SBZ) schon im Jahr 1948 (jedoch war die Entnazifierung in der SBZ viel intensiver, aber es wurde auch genutzt um andere politische Gegner loszuwerden).

Bedeutend war auch der Kniefall von Willy Brandt am 7. Dezember 1970, welcher als Kniefall von Warschau bekannt wurde. Als Repräsentant Westdeutschlands war es damit auch ein Schuldzugeständnis und ein Zeichen der Demut.

Seit ein paar Jahrzehnten wird es auch in der Schule behandelt und die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur ist ein Kernstück der deutschen Bildung. Deutschland hat sich zu einem freiheitlich-demokratischen Land entwickelt, und das digitale Zeitalter ist ideal um demokratische Ideale und hohe Bildung jedem zugänglich zu machen. Perfekte Konditionen um eine neue Kultur der Denker und Dichter hervorzubringen – und jede/r hat die Möglichkeit sich der Intellektualität zu bedienen und selber intellektuell aufzusteigen und der nächste berühmte Komponist, Dichter, Philosoph, und weiters zu werden. Voraussetzung dafür ist die Investition in Bildung, die digitale Infrastruktur und Chancengleichheit.

Einfacher Zugang zu Informationen und Kulturförderung

Wie schon erwähnt, wird es wichtig sein mehr in Bildung, digitale Infrastruktur und Chancengleichheit zu stecken. Diese drei Elemete hängen sogar eng zusammen, da ein Netzwerk für Informationen (z. B. eine Website wie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)) schnell und einfach zugänglich durch das Internet gemacht werden kann. Es ist daher sehr wichtig in das Zeitalter des Internets zu investieren und eine seriöse, sachliche und vielfältige Plattform für Online-Bildung anzubieten. Behörden wie die bpb können mit bereits vorhandenen Instituten vernetzt werden, auch Professoren an Universitäten können dazu beitragen. Wenn jeder Haushalt in Deutschland – am besten mit Glasfaserkabel – dann mit dem Internet verbunden ist, und auch schnellen Zugriff hat, wird die Chancengleichheit automatisch gefördert. Schließlich könnten dann alle Schichten auf das Informationsnetzwerk zugreifen – vom Arbeiter der sich weiterbilden will zur Schülerin die mehr über Geschichte und Wissenschaft lernen will. Das Potential ist enorm, und desto schneller es erkannt wird, desto besser.

In dieser „digitalen Bibliothek von Alexandria“ stehen dann selbstverständlich auch die ganz am Anfang erwähnten Personen. Eine breite kulturelle Vielfalt in der auch der jüdische Intellektualismus seine Wertschätzung finden soll – dieser hat nämlich ebenso zur deutschen Kultur beigetragen. Auch unbekanntere Autoren können dadurch wiederentdeckt werden, bzw. an mehr Bekanntheit gelangen.

Es wäre auch von Nöten Zusammenfassungen von den zahlreichen literarischen Texten, Gedichten, usw. einzustellen um ein einfacheres Verständnis zu ermöglichen. Oft hilft es eine Interpretation zu lesen und z. B. bei Werken wie Faust zuerst den geschichtlichen Kontext dahinter zu verstehen, um das Werk an sich vollständig zu erfassen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die eigenen Interpretation und/oder Verständnis nicht gerade perfekt sind.

Neues Zeitalter des Dichten und Denkens

Durch die Öffnung der hohen Bildung, zu der auch das Wirtschaftswissen zählen kann um zu verstehen wie historische und heutige Wirtschaftssysteme/-theorien funktionieren, hat auch jeder die Chance sich seinen/ihre eigenen Gedanken zu machen. Das wissenschaftliche Denken ist ideal zur kritischen Hinterfragung und Eröffnung zu Veränderung gegenwärtigen Wissens, welches in den Naturwissenschaften oft der Fall ist. Folglich profitiert dann nicht nur unsere Kultur davon, sondern auch alle Menschen in Deutschland und die Demokratie.

Ein anderer positiver Nebeneffekt ist dann die intellektuelle Erfüllung durch mehr Wissen und Verständnis. In den Zeiten des endlosen Massenkonsums vielleicht auch das ideale Mittel um sich anderen Bereichen zu widmen.

Und, wer weiß, es können viele neu-Intellektuelle entstehen; und vielleicht ist einer davon auch der/die Leser/in dieses Artikels einer Website welche an einem guten Tag 3 Aufrufe bekommt.

Zuletzt noch eine Lyrik von Heinrich Heine

Anno 1839

Oh, Deutschland, meine ferne Liebe,
Gedenk ich deiner, wein ich fast!
Das muntre Frankreich scheint mir trübe,
Das leichte Volk wird mir zur Last.

Nur der Verstand, so kalt und trocken,
Herrscht in dem witzigen Paris –
Oh, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken,
Wie klingelt ihr daheim so süß!

Höfliche Männer! Doch verdrossen
Geb ich den art’gen Gruß zurück. –
Die Grobheit, die ich einst genossen
Im Vaterland, das war mein Glück!

Lächelnde Weiber! Plappern immer,
Wie Mühlenräder stets bewegt!
Da lob ich Deuschlands Frauenzimmer,
Das schweigend sich zu Bette legt.

Und alles dreht sich hier im Kreise,
Mit Ungestüm, wie ’n toller Traum!
Bei uns bleibt alles hübsch im Gleise,
Wie angenagelt, rührt sich kaum.

Mir ist, als hört‘ ich fern erklingen
Nachtwächterhörner, sanft und traut;
Nachtwächterlieder hör ich singen,
Dazwischen Nachtigallenlaut.

Dem Dichter war so wohl daheime,
In Schildas teurem Eichenhain!
Dort wob ich meine zarten Reime
Aus Veilchenduft und Mondenschein.

Quelle: https://www.deutschelyrik.de/anno-1839-1839.html

Veröffentlicht von thomasbaroque

Ich schreibe über politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen. Meine eigenen politischen Ziele ebenso. / I write about politics, the economy and science (my English isn't that good, though). My own political goals and ideas as well.

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