Umgang mit Statuen historischer Persönlichkeiten im öffentlichen Raum

Kommentar zu den generellen Umgang mit Denkmälern dieser Art

Einführung

Schon vor den Black Lives Matter (BLM) Protesten wurden Fragen aufgeworfen über den Umgang mit den Statuen historischer Persönlichkeiten die im öffentlichen Raum stehen, auch wenn es nun auf einer größeren Bühne stattfindet.

Vor der Diskussion der Denkmäler muss jedoch immer der historische Kontext sowie die Intention miteinbezogen werden, ansonsten führt es zu falschen Schlussfolgerungen. Auf den historischen Kontext und der Intention werde ich später noch genauer eingehen.

Mit der darauffolgenden Kenntnisnahme eines anders vorliegenden Problems – welches aber ähnliche Eigenschaften besitzen kann – lassen sich adäquate Antworten auf die Fragen finden. Dies ist auch deshalb ein wichtiger Schritt, weil ansonsten die Maßnahmen zu Unverständnis und Ablehnung in der breiteren Bevölkerungsschicht führt.

Historischer Kontext

Die historische Person muss im Rahmen ihrer Zeit betrachtet werden und ob ihre Aktionen sich mit der Moral und den Normen nachvollziehen lassen, oder ob jenes Individuum durch ihre Aktionen über die Grenzen hinausging. Dem soll nicht vorweggenommen werden, dass eine kritische Auseinandersetzung nicht möglich ist. Lediglich ein differenzierter Blick ist notwendig um die damalige Denkweise zumindest teilweise nachvollziehen zu können.

So kann z. B. der Beitrag eines Gründungsvaters zu einem Land; das intellektuelle Werk eines Künstlers; oder die militärische Leistung eines Generals bewundert und geehrt werden, aber zur gleichen Zeit bestimmte Verhaltensweisen, Entscheidungen und/oder Aussagen neu beleuchtet und kritisiert werden. Eine Auseinandersetzung sollte gewährt sein, niemand ist schließlich unfehlbar oder unantastbar.

Mit dem im Hinterkopf lässt sich besser auf kontroverse Figuren eingehen, und eventuell der richtige Weg finden.

Intention

Der wohl wichtigste Faktor beim aufstellen einer Statue ist die Intention dahinter.

Wurde es zu ehren der Person aufgestellt; als ein Monument zur Vergangenheit; oder stecken niedere Beweggründe dahinter?

Anhand der Statuen der Konföderation (in den USA) lässt sich dies am besten darstellen.

Anmerkung: Die Konföderierten Staaten von Amerika war eine nicht-anerkannte Republik die gegen die USA in den Krieg zog und von 1861 bis 1865 existierte.

Im Falle der Statuen der Konföderierten wurden viele von ihnen konstruktiert während extremen Bürgerrechts Spannungen im frühen 20. Jahrhundert (1900) und in den 1950ern und 1960ern, wie eine Studie von der Southern Poverty Law Center zeigt.

Grafik von dem Southern Poverty Law Center

Wie ein Artikel von NPR auch erklärt, werden die meisten die darin involviert waren wohl nicht zwangsläufig der Auffassung gewesen sein ein Monument an die Vergangeheit aufzustellen, sondern als ein Zeichen für die weiße Vorherrschaft in der Zukunft.

Ein Zitat vom Artikel:

James Grossman, the executive director of the American Historical Association, says that the increase in statues and monuments was clearly meant to send a message.

„These statues were meant to create legitimate garb for white supremacy,“ Grossman said. „Why would you put a statue of Robert E. Lee or Stonewall Jackson in 1948 in Baltimore?“

Anhand dieses Hintergrund ist es auch nicht ganz unverständlich warum einige US-Bürger die Statuen nicht mehr sehen wollen. Bezüglich Europa stellt sich dann eine ganz andere Frage, ob so eine Parallele überhaupt existiert. Wie schon etwas weiter oben erwähnt, lässt sich ein Problem eines anderes Landes nicht einfach so auf andere Länder übertragen, desshalb muss eine kritische Auseinandersetzung auch durch eine andere Methodik erfolgen.

Schluss

Der Umgang mit der eigenen Vergangenheit, vor allem mit unangenehmeren Kapiteln, ist immer schwierig – aber wichtig. Für einen angemessen Umgang erfordet es auch eine Bereitschaft sich tief mit der Thematik auseinanderzusetzen, ansonsten verläuft es im Sand. Diese Komplexität muss auch allen klar gemacht werden, vor allem wenn es darum geht konstruktive Diskussionen zu führen und echte Veränderung herbeizuführen.

Probleme die es noch heute gibt, wie Rassismus, unterscheidet sich auch von Land zu Land und erfordern daher andere Herangehensweisen. Erwünschte Veränderungen werden auch nicht von den einem Tag auf den anderen erfolgen, es braucht Zeit und Geduld.

Mit Bezug zur Frage anfangs: auf die Persönlichkeiten muss immer im historischen Kontext Bezug genommen werden, sowie der Intention als die Statue gebaut wurde.
Die Individuen war sehr komplex, wie die Menschen es schon immer waren, und es in Schwarz und Weiß einzuteilen wird dem nicht gerecht und führt zu falschen Schlussfolgerungen welche wiederherum in falsche Maßnahmen enden, usw.

Eine genauere Erläuterung anhand eines Schildes zur Person, wie die Zeit damals war, und anhand daran eine kritische Beleuchtung ist vielleicht ein Weg um das zu erreichen.

Veröffentlicht von thomasbaroque

Ich schreibe über politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen. Meine eigenen politischen Ziele ebenso. / I write about politics, the economy and science (my English isn't that good, though). My own political goals and ideas as well.

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