Sachsen-Anhalt hat eine reiche Geschichte, das zeigt allein schon die Tatsache dass hier – gemessen an der Anzahl der Stätten pro Quadratkilometer – die höchste Dichte an UNESCO-Welterbestätten in Deutschland gibt. Einst waren die Regionen Sachsen und Anhalt am östlichen Rand bevor sie nach und nach mehr in die Mitte rutschten.
Kurzzeitig gab es das Bundesland nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Auflösung durch Druck der SED in Bezirke (Bezirk Madgeburg und Bezirk Halle) im Juli 1952.
In dieser Serie beziehe ich einen großen Teil meiner Informationen aus dem Buch „Geschichte Sachsen-Anhalts“ von Mathias Tullner (127 Seiten, 8,95 €), aber ich nehme auch Online-Quellen heran und verlinke sie dementsprechend.
Da ich vom 14. August bis zum 20. August Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mache, weshalb ich auch das Buch lese um mich über Land und Leute zu informieren, habe ich mir auch gedacht darüber zu schreiben. Hier erstmal aber eine Vorstellung des Landes.

(Bildquelle: Wikipedia)
Daten und Fakten zu Sachsen-Anhalt

(Bildquelle: Wikiepdia)
Sachsen-Anhalt liegt im Nordosten Deutschlands und seine Landeshauptstadt ist Magdeburg. Es hat eine Fläche von 20.467,20 km² (8. Platz) und dort leben 2.186.643 Menschen (Stand: 31.12.2022). Von der Verwaltungsgliederung her gibt es 11 Landkreise und 3 kreisfreie Städte und Stadtkreise. Insgesamt gibt es 218 Gemeinden.
Nachbarbundesländer sind Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen.
Die Fläche von Sachsen-Anhalt besteht aus 157.046 ha Siedlungsfläche, 79.065 ha Verkehrsfläche, 1.764.421 ha Vegetationsfläche und 45.872 ha Gewässern – insgesamt sind es 2.046.404 ha.
Von der Bevölkerungsreiche her liegt das Bundesland auf dem 11. Platz.
Das Durchschnittsalter in Sachsen-Anhalt beträgt 47,9 Jahre, von den Einwohnern her sind 1.073.711 Personen männlich (49,10%) und 1.112.932 (50,90%) Personen weiblich.
In Sachsen-Anhalt gibt es 68.895 Unternehmen (Stand: 2021) mit 77.758 Standorten oder Niederlassungen (Stand: 2021), das BIP von Sachsen-Anhalt beträgt 68.252.695.000 Euro (Stand: 2021) und beträgt damit 1,89% des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Deutschland. Pro Kopf ergibt sich ein BIP von 31.381 Euro, auch wenn das BIP zur Wohlstandsmessung nicht wirklich geeignet ist denn es teilt nur das oben genannte BIP durch die Einwohnerzahl – wem wieviel gehört, oder dass es immer mehr Millionäre gibt während Millionen anderer Menschen von finanzieller und beruflicher Unsicherheit geplagt sind, geht daraus nicht hervor. Eigentlich sollte die Lebensqualität im Mittelpunkt stehen (eine dauerhafte Wohnung, guter ÖPNV, eine angemessene Gesundheitsversorgung in der Nähe, sanierte Schulen und genug Kindergartenplätze, etc.), aber dazu ein ander mal mehr.
Nach der Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen ergibt sich folgendes Bild von den Wirtschaftsbereichen:
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 1.688.587.000 Euro
- Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe: 15.796.535.000 Euro
- Verarbeitendes Gewerbe: 11.891.556.000 Euro
- Baugewerbe: 4.816.719.000 Euro
- Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation: 10.192.018.000 Euro
- Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen: 11.791.628.000 Euro
- Öffentl. u. sonst. Dienstleister, Erziehung, Gesundheit: 17.463.935.000 Euro
Ich denke das ist erstmal genug an Trockenheit der Daten, daher geht es unten gleich weiter mit dem geschichtlichen.
Quelle
Sachsen-Anhalt – Zahlen, Daten und Fakten
https://stadtistik.de/land/land-sachsen-anhalt/
Die Landesflagge und das Wappen
Beginnen wir mit dem Ausweis der Bundeslandes Sachsen-Anhalts: der Landesflagge.
Die Landesflagge besteht zum einen aus den Landesfarben der Bikolore (gelb-schwarz) und das Herzstück: das Wappen (platziert in der Mitte).


Die preußische Provinz Sachsen, die von 1815 bis 1944/45 existierte, hatte ein Wappen dass auf das Wappen der alten askanischen Herzogtums Sachsen (Wittenberg) zurückging. Der neugebildeten Provinz wurden andere sächsische Landesteile zugeordnet. Bis 1864 war es Schwarz über Gold, zur besseren Unterscheidung vom Königreich Sachsen hat man es von schwarz-gold zu gold-schwarz geändert.
Erst am 22. September 1880 erhielten aber die Verwaltungsorgane dieser preußischen Provinz die Genehmigung, das Wappen als Provinzialwappen zu führen.
Das Wappen war neunmal geteilt* in den Farben und war schrägrechts belegt mit einem Rautenkranz (der Ursprung des Rautenkranz ist leider nicht eindeutig geklärt).
*Ich selber sehe 10 Streifen insgesamt, aber die Historische Beschreibung sagt es seien 9, deshalb weiß ich nicht ob der Untere weggelassen wird und wenn ja warum.

Das Wappen, dass Sie oberhalb sehen, stammt aus dem Jahre 1927. Diesem wurde im Schildhaupt ein linksblickenden, goldbewehrten schwarzen Adler hinzugefügt.
Der Freistaat Anhalt, der 1919 aus dem Fürstentum Anhalt hervorging, hatte sich drei Jahre zuvor am 4. April, 1924, ein neues Wappen gegeben das angelehnt an das Wappen der Herrschaft der Bernburg war.

Das Wappen des Freistaat Anhalt zeigte einen silbernen Schild, dort läuft auf einer roter, schwarz gefugter Zinnmauer ein schwarzer Bär. Das Tor der Mauer ist offen.

Am 25. März 1998 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt.

(Quelle: Museum Digital – Sachsen-Anhalt)
Am 23. Juli 1945 hat die sowjetische Militäradministration dann die neue Provinz Sachsen etabliert die aus der Fusion von den Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg mit dem Freistaat Anhalt entstandt. Noch im selben Jahr, am 3. Dezember 1945, wurde durch einen Landtagsbeschluß der Name in Sachsen-Anhalt geändert.
Am 25. Februar 1947 folgte die Auflösung des Staates Preußen wodurch Sachsen-Anhalt am 21. Juli 1947, mit Zustimmung der sowjetischen Besatzer, als Land konstituiert wurde. Am 14. Dezember 1948 beschloß der Landtag ein neues Wappen das bis zur Bildung der Räte der Bezirke Halle und Magdeburg im Juli 1952 gültig war.
Das Halbrundschild war wieder neunmal geteilt in schwarz-goldenen Streifen, eine Änderung zu den vorher gold-schwarzen Streifen. Der grüne Rautenkranz wurde beibehalten und das Schildhaupt hatte keinen preußischen Adler mehr, sondern wies nun 3 goldene Ähren auf, die mittlere stehend und sie seitlichen links und rechts liegend. Der Zwischenraum der Ähren war mit einem schwarzen Schlegel links und einem schwarzen Hammer rechts bestückt, beide von den Stielen von zwei grünen Lorbeerblättern begleitet.

Mit der Bildung der Bezirke Halle und Magdeburg sowie die Verfolgung der demokratisch gesinnten SPDler in der SED (die SED entstand aufgrund einer Zwangsvereinigung von KPD und SPD; anfangs gab es noch Hoffnung in der Bevölkerung dass die Demokraten der SPD mildernd auf die KPD wirken könnten) schwand die Hoffnung bezüglich einer demokratisch-föderalistischen Struktur komplett.
Der Landtag und die Landesregierung wurden durch Bezirkstage und Räte der Bezirke Halle und Magdeburg ersetzt. Zum letzten Mal tagten sie am 28. Mai 1990.
Der Bezirk Halle war der viertgrößte von 14 Bezirken in der DDR und bestand aus den Stadtkreisen Dessau, Halle und ab 1967 Halle-Neustadt sowie 20 Landkreise.
Mit einem Anteil von 40% an der chemischen Gesamtproduktion der DDR, wurde dem Bezirk Halle auch den Beinamen „Chemiearbeiterbezirk“ gegeben.
Der Bezirk hatte auch reichhaltige Bodenschätze, z. B. Braunkohle.
Der Bezirk Madgeburg war zweitgrößte Bezirk der DDR und bestand 1952 aus dem Stadtkreis Magdeburg und 21 Landkreisen (zuletzt 17). Für die DDR war der Bezirk Magdeburg der größte Agrarproduzent – 60% der Fläche wurden landwirtschaftlich genutzt. Der Bezirk hat Schlachtvieh, Kartoffeln, Gemüse und Zucker geliefert.
Der Schwermaschinen- und Anlagenbau sowie die Elektrotechnik waren traditionell stark. Als Bodenschatz hatte es vor allem Kalisalz.
Nach dem deutschen Wiedervereinigungsprozess wurde das Land Sachsen-Anhalt wiederhergestellt und am 29. Januar 1991 wurde ein neues Landeswappen beschlossen.
Die gold-schwarzen Streifen waren nun oberhalb und fingen beim Schildhaupt an und der grüne Rautenkranz blieb erhalten; der Adler befindet sich nun im oberen Drittel in einem silbernen Freifeld, dieser symbolisiert die Zugehörigkeit der ehemaligen Provinz Sachsen zum preußischen Staat. Der untere Teil repräsentiert den Landesteil Anhalt.

(Bildquelle: Wikipedia)
Seit dem Jahr 1994 können auch Verbände, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen ihre Verbundenheit mit dem Land Sachsen-Anhalt zum Ausdruck bringen. Es darf jedoch nicht von Parteien und Wahlhelfern während eines Wahlkampfs benutzt werden: „Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben politischer Informationen oder Werbemittel. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf das Symbol nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner Gruppen verstanden werden könnte.“ (Quelle: Ministerium für Inneres und Sport – Sachsen Anhalt)

Das vereinfachte Wappen hat nicht die gold-schwarzen Streifen und ihm fehlen auch die Details der Ziegel. Das Wappen wird mit einem goldenen und schwarzen Streifen, was dahinter platziert ist, versiert und oberhalb des Schildhaupts steht „Sachsen-Anhalt“.
Der rechtsgerichtete Adler und der Bär blieben soweit unverändert.
Seit dem 05.04.2017 dürfen nicht nur Behörden und Ämter die schwarz-gelbe Landesflagge mit dem in der Mitte befindlichen Wappenschild verwenden, sondern jeder (vgl. s. Länder Lexikon).
Quellen
Historische Beschreibung des Wappens des Landes Sachsen-Anhalt
(PDF | 3 Seiten)
https://mi.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/MI/3._Themen/Wappen_und_Flaggen/Wappen/Historische_Beschreibung.pdf
Länder Lexikon: Sachsen-Anhalt
https://www.laender-lexikon.com/fdtsaanh_dt.htm
Wappen, Flagge, Symbol, Siegel und Landeslogo
https://mi.sachsen-anhalt.de/themen/wappen-flagge-symbol-siegel-und-landeslogo
05. DDR-Bezirke Halle und Magdeburg (1952 – 1990)
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/CNWETYXQWUOWFIXQODWTFJI5UXF6KAGR
Siegel der Stadt Bernburg
https://st.museum-digital.de/object/12945?navlang=de
Bernburg (Saale)
https://de.wikipedia.org/wiki/Bernburg_(Saale)
Rautenkranz (Heraldik)
https://www.heraldik-wiki.de/wiki/Rautenkranz_(Heraldik)
Etwas über die Musikgeschichte
In diesem letzten Teil der Einführung will ich noch drei berühmte Komponisten vorstellen die die deutsche und internationale Musikgeschicht geprägt haben und aus dem Land Sachsen-Anhalt kommen. Vielleicht überrascht es den einen oder anderen.
Der berühmteste unter ihnen, der bereits zu seinen Lebzeiten hohe Erfolge feierte ohne je seine Heimat Halle zu vergessen, war Georg Friedrich Händel. Dann gab es den Georg Philipp Telemann der aus Madgeburg stammte und schließlich Johann Friedrich Fasch aus Zerbst. Alles Komponisten aus dem 18. Jahrhundert während des Barocks!
Anmerkung: Dieser Teil ist doch viel länger geworden als gedacht, daher ist die Einführung nicht mehr so klein wie ich ursprünglich geplant habe. Aber dafür sind die drei Persönlichkeiten, die ich hier präsentiere, von sehr faszinierend. Viel Freude beim Lesen!
Georg Friedrich Händel
Geboren: 23. Februar, 1685 in Halle (Große Nikolaistraße 5)
Gestorben: 14. April, 1759 in London (Ruhestätte: Westminster Abbey)

(Bildquelle: Wikipedia)
Halle/Deutschland (1685-1705)
Händels Vater stirbt früh im Jahr 1697. Seine Mutter förderte seine musische Begabung.
Am 10. Februar 1702 immtrakuliert er sich Halleschen Universität um Jura zu studieren.
Ab 13. März Organist am reformierten Dom.
Am 10. Mai 1703 reist Händel nach Hamburg und gehört schon bald zum Orchester der Oper am Gänsemarkt. Im Dezember liefert er sich ein Duell mit Johann Mattheson aufgrund seiner Weigerung ihm bei der Aufführung der Oper „Die unglückliche Cleopatra“ ihm einen Platz am Cembalo einzuräumen.
Am 8. Januar feiert Händels erster Oper „Almira“ Premiere, zwei Monate später dann „Nero“. Der geliebte des Kaisers ist dabei die einzige offene homosexuelle Figur in Händels Werk. Folgenreichung Begegnung mit Medici Prinz Gian Gastone (1671-1737) der ihn nach Italien einlädt.
Italien (1706-1709)
Im Alter von 21 Jahren bricht er nach Italien auf, zuerst war er vermutlich in Florenz, dann in Rom, Venedig und Neapel. Seine erste italienische Oper, „Rodrigo“, erschien im November 1707 in Florenz und feierte einen Erfolg. Die Oper „Agrippina“, die am
26. Dezember 1709 im Teatro San Giovanni Grisostomo in Venedig aufgeführt wird, ist ebenfalls ein Triumph.
Hannover (1710)
Im Frühjahr geht er nach Hannover um sich als Kapellmeister vom Kurfürsten einstellen zu lassen. Mit einem Jahresgehalt von 1.200 Talern (ca. 150.000 € heutzutage) erhält er keinen schlechten Vertrag, dort kann er aber nicht tun was er liebt: Opern aufführen.
Der Hof ist nämlich knapp bei Kasse. Doch vielleicht war es die Frau die ihn dort hinzog: die Kurprinzessin von Hannover: Karoline (1683-1737). Aus dem Kurfürsten wird später der englische König Georg I. und die Kurprinzessin kann Händel nun als Königin fördern.
England, London (1711-1759)
Im Februar 1711 wurde seine Oper „Rinaldo“ mit großen Erfolg im Königlichen Theater am Haymarket in London aufgeführt. Im November desselben Jahres reist der 26-jährige nach Halle um bei der Taufe seiner Nichte Johanna Friederike dabei zu sein. Während seines Besuches teilte er auch seiner Mutter mit, dass er Hannover für London verlässt.
Im Herbst 1712 ist es dann soweit und Händel siedelt über nach London.
Später Versöhnung mit dem Kurfürsten, der zum englischen König wird (König von England und Irland), durch pompöse Aufführung der „Wassermusik“ an der Themse.
Um 1717 wird Händel von James Brydges (1673-1744), der spätere Duke of Chandos, auf den Landsitz Cannons nahe London eingeladen. Brydges war neben Lord Burlington einer der wichtigsten Gönner des Komponisten. Auf dem Landsitz treffen sich auch Schriftsteller wie Alexander Pope (1688-1744) oder Landschaftsmaler William Kent (1685-1748). 1719 bekommt er dann den Auftrag ein königliches Opernunternehmen zu gründen. Von 1720 bis 1728 schreibt er 14 italienische Opern für dieses, darunter „Radamisto“ (1729), „Giulio Cesare in Egitto“ (1724) und „Tamerlano“ (1724).
Am 14. Juni 1720 bekommt Händel dafür das königlische Druckprivileg für seine Werke.
7 Jahre später am 20. Februar genehmigt der König Händels Antrag auf englische Staatsbürgerschaft. Das königlische Opernunternehmen muss 1728 aufgrund wirtschaftlichen Misserfolgs schließen, zwei Neugründungen schlagen fehl.
Die Bürgerlichen, die die italienische Opera seria als Adelsopera ablehnen, setzen sich durch und feiern mit der „Beggars‘ Opera“ – in der sie die italienische Oper der Händelschen Art karikieren – einen Riesenerfolg.
Am 16. Dezember, 1730, stirbt Händels Mutter in Halle. Ein Jahr zuvor hatte er sie noch besucht als er auf der Rückreise von Italien nach England war. In Italien war er um die krisengeplagte Königliche Musikakademie zu retten, indem Kastraten und Sängerinnen verpflichtet werden sollten.
In den Jahren von 1733 bis 1738 wächst die Kritik an Händels Oper die vom König geschützt wird. Mit der Gründung der Opera of Nobility wird eine Konkurrenz von Frederick, Prince of Wales unterstützt. Es endet im Niedergang beider Häuser.
Im Frühjahr 1737 endet ein Krach auf einer Opern-Probe mit einem Schlaganfall des nun 52-jährigen. Mit dem Tod von Karoline am 20. November 1737 verliert er seine Gönnerin und wichtigste Verbündete. Es scheint als würde sein Stern sinken. Im Frühjahr 1738 wird ihm dennoch eine große Ehre zuteil, als eine lebensgroße Mamorstatue von Louis Francois in der Vauxhall Gardens in London aufgestellt wird die Händel als Orpheus zeigt. Die Mamorstatue kann heutzutage im Vicoria and Albert Museum besichtigt werden.
| Orpheus – der berühmteste Sänger der griechischen Mythologie (Quelle: https://www.hellenicaworld.com/Greece/Mythology/de/Orpheus.html) |
| Angesichts der Rolle Orpheus in der griechischen Mythologie kann dies wohl als einer der höchsten Auszeichnungen verstanden werden. Sein Vater war Apollon, Gott der Musik, und seine Mutter die Muse Kalliope. Er bekam eine Lyra geschenkt die Hermes Apollon gegeben hatte. Sein Gesang soll so schön gewesen sein, dass sogar Bäume und Berge ihm zuhörten und zu ihm kamen wenn er spielte. Vielleicht ist er Ihnen bekannt als der, der seine Frau Eurydike – eine Nymphe – aus der Welt der Toten zurückholen wollte als sie am Hochzeitsfest durch einen Schlangenbiss starb. Durch Gesang und das Spiel seiner Lyra stimmte er Hades erfolgreich um, doch unter der Bedingung dass er beide beim Aufstieg in die Oberwelt nicht zurückblicken durften. Dies endete tragisch, denn als Eurydike seine Hand berührte und er sich daraufhin umschaute, musste Eurydike wieder zurück in die Unterwelt. Das Ende Orpheus‘ war aber brutal: er stand den Musen und damit dem Gott Apollon nahe. Nicht aber dem Gott Dionysos der der Gott des Rausches und ausschweifend-wilder Umzüge und Gesänge war. In seiner Heimat wurde er dann von den thrakischen Anhängerinnen des Dionysos, die „Mänaden“, zerrissen. Sein Kopf wurde mitsamt seiner Lyra in den Fluss Hebros geworfen der in das Ägäische Meer mündete. |
Händel gibt aber nicht auf. Ab 1740 wendet er sich dem Oratorium zu.
Am 23. März, 1742, findet im Covent Garden Theatre die erste Londoner Aufführung des „Messias“ statt. Für die aufblühenden Chorvereine wird dieses zum Standardwerk.
Er tritt auch als Organist wieder auf und überraschte mit seinen Improvationskünsten.
Im Jahr 1743, zur Feier Sieges König Georgs II. über die Franzosen, ensteht das Stück Dettinger Te Deum. 5 Jahre später komponiert er für den Aachener Frieden die Feuerwerksmusik (Beendigung des Österreichischen Erbfolgekrieges).
Am 15. Mai, 1750, passiert es zum ersten Mal dass während einer Aufführung des „Messias“ das Publikum sich während dem Hallelujah-Chores von den Sitzen erhebt.
Leider erleidet Händel einen weiteren Schlaganfall und drei Augenoperationen halten seine Erblindung nicht auf.
Am 1. Mai, 1753, wird der „Messias“ zum letzten Mal unter Händels Leitung und wieder zugunsten des Foundling Hospital aufgeführt.
Am Morgen des 14. April, 1759, stirbt Händel. Sein Wunsch in seinem Testament wird erfüllt und er wird in der Westminster Abbey zur letzten Ruhe gelegt. Am Trauerzug nehmen 3.000 Menschen teil. Seiner Nichte Johanna Friederike erhält ein Erbe von 20.000 Pfund Sterling, was heute ungefähr 6 Million Euro entspricht.
Die erste Händel-Biographie wird bereis 1760 verfasst von John Mainwaring, dies war zugleich die erste Biographie eines Komponisten. Der Titel: „Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel“. Am 15. Mai, 1762, wird Händels Grabdenkmal aufgestellt.

vom 18. Juli 1859 (Bildquelle: Wikipedia)
Quellen
Georg Friedrich Händel auf der Spur (Daten von hier entnommen)
https://www.mdr.de/geschichte/weitere-epochen/neuzeit/georg-friedrich-haendel-biografie-100.html
Karoline, Kurfürstin von Hannover, Königin von Großbritannien, geborene Markgräfin zu Brandenburg-Ansbach
https://www.deutsche-biographie.de/gnd11887036X.html#ndbcontent
Orpheus – Hellenica World
https://www.hellenicaworld.com/Greece/Mythology/de/Orpheus.html
Georg Philipp Telemann
Geboren: 14. März, 1681 in Madgeburg
Gestorben: 25. Juni, 1767 in Hamburg

(Bildquelle: Wikipedia)
Telemann entstammte einer Familie die musikalisch keine Passion hatte und nach dem Tod des Vaters war seine Familie auf Gönner angewiesen – auch beruflich her.
Sein großes Interesse an Musik wurde jedoch nicht gefördert, und so musste er sich autodidaktisch das Musikhandwerk selbst lernen. Im Jahr 1701 begann er zwar mit einem Jurastudium, doch es ist nichts darüber bekannt dass er es vollendete.
Er entwickelte seine musikalischen Fähigkeiten aber weiter und nahm Kontakt auf zu den Musikern seiner Zeit – darunter auch Georg Friedrich Händel, ihre Freundschaft hielt ein Leben lang.
1704 stieg er zum Musikdirektor Universitätskirche auf und sein Ensemble, dass er schon zuvor gegründet hatte, gehörten zeitweise sogar 40 Musiker an.
Ab 1702 leitete Telemann das Leipziger Opernhaus in dem sein Ensemble auftrat.
Ab 1705 folgten kurlebige höfische Anstellungen in Sorau und Eisenach, an diesen Orten lernte er auch französische und polnische Musik kennen die sein späteres Werk beeinflussten. Vier Jahre darauf heiratete er Amalia Louise Juliana Eberlin, leider starb sie nicht lange danach nach der Geburt der ersten Tochter.
Frankfurt (1712-1721)
Im Jahr 1712 reiste Telemann nach Frankfurt am Main wo er die Stelle als städtischer Musikdirektors erhielt. Neben dem kirchlichen Musikleben steckte er auch viel Kraft in das bürgerliche Musikleben das fernab von Höfen und Kirchen an Bedeutung gewann.
Er selbst ging sogar ein Risiko ein mit dem Selbstverlegen von Musikwerken.
Zwei Jahre später heiratete er erneut, seine zweite Frau hieß Maria Catharina Textor und aus ihrer Ehe gingen neun Kinder hervor. Die Ehe hielt aber nicht, das Paar trennte sich im Jahr 1735 nach 21 Jahren.
Hamburg (1721-1767)
Im Alter von 40 Jahren kam er nach Hamburg auf Wunsch von einflussreichen Fürsprechern. Er verließ diese nur noch nach der Trennung mit der zweiten Frau für mehrere Monate und machte eine Auslandsreise, unter anderem in Paris wo er auch sehr willkommen war. Zu dieser Zeit war er schon Deutschlandweit geschätzt und war wohlhabend. Hamburg besaß auch was ihm sicherlich sehr gefiel: eine Musikkultur im Aufblühen, ein ausgeprägtes Konzertleben und ein Opernhaus. Sogar potentielle gute Nebeneinkünfte! Beruflich war Telemann wieder als Musikdirektor tätig, diesmal für die fünf Hauptkirchen der Hansestadt (St. Petri, St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai und
St. Michel), als Musiklehrer an der Lateinschule Johanneum und Musik zu feierlichen Anlässen wie das jährliche Kapitänsfest. 1722 übernahm er die Leitung des Opernhauses.
| Kapitänsfest (Quelle: https://www.hamburg.de/freizeit/hafengeburtstag-hamburg/so-schoen-war-der-hafengeburtstag-hamburg-2026-1173844) |
| Wenn ich nach dem Kapitänsfest gegoogelt habe, ist mir der 837. Geburtstag des Hamburger Hafen in die Hände gefallen. Dieses Jahr fand er vom 8. Mai bis zum 10. Mai statt. Vielleicht ist das damit gemeint. |
Dieses Konzertwesen, das unabhängig von Kirche und Hof war, blühte unter ihm auf.
1761 entstand der erste Konzertsaal am Valentinskamp aufgrund der Regelmäßigkeit der Konzerte die stattfanden. Seine Musikschüler besuchten die Konzerte auch, trotz der hohen Eintrittspreise. Neben den geistlichen Werken kamen auch Arien zur Aufführung die, wegen deren ironische und anzügliche Texte, Proteste auslösten bei den älteren Hamburgern. Verlagstechnisch ging es gut, so hat er die erste deutsche Musikzeitschrift herausgebracht mit den Namen „Getreue Musicmeister“. Es erschien wöchentlich als Musikjournal von 1728 bis 1729, mit 70 Einzelstücken insgesamt.
Als er über 80 Jahre alt war, wurde es ruhiger um den Künstler.
Er kaufte sich einen Garten der am Stadtrand von Hamburg war und züchtete dort Blumen. Händel soll ihm auch Pflanzen geschicht haben.
Dann, am 25. Juni 1767, im Alter von 86 Jahren, starb Telemann an einer Lungenentzündung. Eine Grabplatte links neben den Rathaus von Hamburg erinnert noch heute an ihn. In Madgeburg wurde 2024 ein Denkmal für ihn errichtet:

„Wer vielen nutzen kann, tut besser,
als wer nur für wenige was schreibet.“
Die Noten zeigen seine eigene Handschrift und der der Beginn der Ouverture zu Telemanns Oper
Der geduldige Socrates.

„In diesem Stadtviertel Magdeburgs
verbrachte der Komponist
Georg Philipp
TELEMANN
seiner Kindheit.
Hier stand bis 1959 die Heilig-Geist-Kirche,
in der Telemann getauft wurde und sein Vater
als zweiter Prediger wirkte. Die Pfarrhäuser
befanden sich in der Heilig-Geist-Straße.
In der Judengasse besaß
die Familie Telemann ein Haus.“
(Quelle: Wikipedia)
Nach seinem Tod geriet er dennoch in Vergessenheit für fast 200 Jahre. Erst ab den 1950ern fand eine systematische Aufarbeitung seiner Leistungen statt.
Quellen
Georg Philipp Telemann, der barocke Multitasker
https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Georg-Philipp-Telemann-der-barocke-Multitasker,telemann107.html
Impressionen vom 837. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG
https://www.hamburg.de/freizeit/hafengeburtstag-hamburg/so-schoen-war-der-hafengeburtstag-hamburg-2026-1173844
Der Getreue Music-Meister
https://www.musiklexikon.net/werke/d_werke_id_1257.html
Telemann-Stele
https://de.wikipedia.org/wiki/Telemann-Stele
Johann Friedrich Fasch
Geboren: 15. April, 1688, in Buttelstedt bei Weimar (Thüringen)
Gestorben: 5. Dezember, 1758 in Zerbst (Sachsen-Anhalt)

(Bildquelle: Wikipedia)
Fasch war Sohn des Schuldirektors Friedrich Georg Fasch und der Pastorentochter Sophia Wegerig.
Im Alter von 12 Jahren stirbt sein Vater, von da an betreut ihn Kaplan Gottfried Wegerig der ein Bruder seiner Mutter war. Er wird an die Weißenfelser Hofkapelle als Kapellknaben vermittelt die eine wichtige Pflegestätte der frühdeutschen Oper war.
Förderer von Faschs Musiktalent war der Hofkapellmeister Johann Philipp Krieger (1649-1725), Krieger war ein bedeutender Komponist zu dieser Zeit.
Von 1701 bis 1707 besuchte er die Thomasschule in Leipzig und war Schüler des Kantors Johann
Kuhnau (1660-1722). Während dieser Zeit brachte er sich selbst die Violine und das Klavier bei und verfasste Vokalkompositionen zu Texten Menantes‘. Seine Overtürensuiten komponierte er nach Vorbild G. Ph. Telemanns die erfolgreich aufgeführt wurden. Im Jahr 1708 beginnt er das Jurastudium in Leipzig und gründet dort das „zweyte ordinaire Collegium musicum“. Mitglieder waren J. D. Heinichen, G. H. Stölzel und J. G. Pisendel. In dieser Zeit entstanden viele Gelegenheitswerke.
Im Jahr 1710 wird er durch sein Collegium musicum beauftragt, Gottesdienste zu gestalten sowie akademische Festveranstaltungen der Leipziger Universität.
Fasch wird von Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz (1664-1718) beauftragt Opern für die Peter-Paul-Messe in Naumburg und später für den Zeitzer Hof zu schreiben. Der Herzog verwehrt ihm aber eine Studienreise nach Italien, nur eine Empfehlung an den Hof zu Gotha gewährt er ihm.
Zwischen 1713 und 1715 kann er aber bei einer musikalischen Gesellenreise mitmachen die durch Süd- und Westdeutschland führt, darunter waren Gotha, Kassel, Frankfurt, Ansbach, Bayreuth, Gera. Zudem erhält er einen 14-wöchigen kostenlosen Kompositionsunterricht, unterrichtet bei Hofkapellmeister Christoph Graupner zu Darmstadt (1683-1760) – seinem ehemaligen Thomasschul-Präfekten – und dessen Konzertmeister Gottfried Grünewald (1673-1739). 1715, nachdem seine Reise endete, trat er in Gera die Stelle als „Secretair und Cammerschreiber“ an.
Im Jahr 1717 heiratete er die Pastorentochter Johanna Christiane Laurentius in Roben bei Gera. Zwei Jahre später, am 7. Mai, tritt er seine Stelle als Stadtschreiber (und später auch als Organist) in Greiz an. 1720, am 22. Januar, wird seine älteste Tochter Sophie Maria geboren, ab 1732 besuchte sie das „Fräuleinstift“ in Köthen, stirbt aber vor ihrem Vater am 13. Mai, 1746. Am 4. Oktober, 1720, starb seine Frau nach der Geburt des Sohnes Christian Friedrich, sein Sohn stirbt am 15. März, 1721.
1721 verlässt er Greiz aus familiären und beruflichen Gründe und geht nach Prag um Komponist im Dienste von Graf Morzin zu werden, vermutlich handelt es sich um Graf Wenzel Morzin (1676–1736). Am 29. September, 1722, tritt Fasch den Hofkapellmeisterdienst am Anhalt-Zerbster Hof an unter Vermittlung seines Freundes und Amtskollegen G. H. Stölzel. Deshalb lehnt er die Thomaskantorenstelle zu Leipzig ab. Er hat einiges an Arbeit als Hofkapellmeister: „Er vertont einen doppelten Kirchenkantatenzyklus, eine Passion sowie weltliche Vokalwerke (Serenaten) und verfaßt Instrumentalkompositionen zu den fürstlichen Feierlichkeiten.“ (Stadt Zerbst)
1727 macht er einen Studienbesuch in Dresden und komponiert dort lateinische Figuralmusik und Instrumentalwerke, sein Jugendfreund und Dresdner Hofkapellmeister J. D. Heinichen durchsieht die Werke (durchsehen = etwa. prüfend durchlesen).
Die als Bibelstunden getarnten Tafelmusiken des Pietisten Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) besucht er auch. In den 1730ern tauscht er sich regelmäßig mit ihm aus. Hier ist es auch wo er die Pastorentochter Johanna Helena Simers aus Kmehlen kennenlernt und sie am 21. Juli, 1728, in Groß-Kmehlen heiratet.
Etwas mehr als einen Monat vor der Hochzeit, am 16. Juni, wendet sich Fasch an Johann Mattheson mit der Bitte um Vermittlung von Amtskollegen die Kantatenjahrgänge mit ihm tauschen wollen. Hier beginnt der „Musicalien=Wechsel“, der sich auf Zerbst, Dresden, Darmstadt und andere Städte erstreckt. Von 1730 bis 1755, dem Todesjahr seines Freundes, liefert Fasch viele Instrumentalwerke für die Dresdner Hofkapelle.
Im Mai 1732 wird seine zweite Tochter, Johanna Friedericka, in Zerbst geboren.
Es gibt zudem Konflikte mit der lutherisch-orthodoxen Zerbster Geistlichkeit aufgrund seiner pietistischen Haltung.
| Was sind Cantate? Definition nach dem Musiklexikon: https://musikwissenschaften.de/lexikon/k/kantate/ |
| „Ursprünglich verstand man darunter die einstimmigen, von den üblichen Formen des Liedes, Madrigals, der Hymne und Motette abweichenden Gesänge, bei denen in der Regel rezitativische und formell fester gefügte Stellen wechselten.“ Im Laufe der Zeit änderte sich aber diese und anfang den 18. Jahrhunderts, also um 1700 herum, wurden sich an Instrumente bedient die in den Stadtpfeifereien (privilegierte Musiker die zu offiziellen städtischen Angelegenheiten Musik machten unter Leitung eines Stadtmusikus) gebräuchlich waren. Johann Sebastian Bach hat 300 Kantaten kompiniert wovon 200 erhalten blieben sind. |
Im Jahr 1736 wird Faschs Sohn Carl Friedrich Christian Fasch geboren (1736-1800), er ist in die Musikgeschichte eingegangen für die Gründung der Sing-Akademie zu Berlin. Und die Sing-Akademie gibt es noch bis heute: https://www.sing-akademie.de/
Das Jahr 1743 hat wieder ein Tief für Fasch, da in diesem Jahr seine zweite Frau stirbt.
In der fürstlichen Musikbibliothek erstellt er ein Inventarverzeichnis der Kompositionen, darunter befinden sich die Werke von dem Hamburger Musikdirektor G. Ph. Telemann sowie französischer und italienischer Komponisten, vor allem von Antonio Vivaldi.
Zwei Jahre darauf, anläßlich der Eheschließung von der Anhalt-Zerbster Prinzessin Sophie Auguste Friederike mit Großfürst Peter von Rußland am 1. September, 1745, komponiert er eine Serenata. 1762 wird Friederike zur Katharine II.
Mit seinem Sohn besucht er 1753 einen katholischen Gottesdienst von J. G. Pisendel in Dresden, dies beeindruckt Carl Friedrich Christian zutiefst.
Am 29. Oktober, 1755, bewirbt er sich um die Stelle des Musikdirektors und Kantors zu Freiberg. Aufgrund seines hohen Alters (67 Jahre alt) wird er abgewiesen. Sein Leben ist zu diesem Zeitpunkt von finanziellen Schwierigkeiten geprägt.
Im Sommer und Herbst des Jahres 1758 verweilen Fasch, sein Sohn der seit 1756 zweiter Cembalist Friedrichs des Großen ist und sein Amtskollege Carl Philipp Emanuel Bach in Zerbst. Bach schreibt Klavierwerke zu dieser Zeit und wird womöglich wie Faschs Sohn dem kranken Vater durch das komponieren von geistlichen Werken geholfen haben.
Am 5. Dezember, 1758, stirbt Johann Friedrich Fasch in Zerbst (heute in Landkreis Anhalt-Bitterfeld). Das Begräbnis wird von seiner Tochter Johanna Friedericka organisiert.

(Bildquelle: Wikipedia)
Quellen
Johann Friedrich Fasch
Hochfürstlicher Anhaltischer Hofkapellmeister zu Zerbst von 1722 bis 1758
https://www.stadt-zerbst.de/de/persoenlichkeiten/johann-friedrich-fasch.html
DWDS: durchsehen
https://www.dwds.de/wb/durchsehen
Musiklexikon: Was bedeutet Kantate?
https://musikwissenschaften.de/lexikon/k/kantate/
Liste der Bachkantaten
https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/2274520
Carl Friedrich Christian Fasch
https://www.stadt-zerbst.de/de/carl-friedrich-christian-fasch.html
Ich habe erst durch das Buch „Geschichte Sachsen-Anhalts“ über das Heimat(bundes)land der zwei Komponisten und Ruheland des letzteren Komponisten erfahren (S. 51). Die drei wurden kurz erwähnt weshalb ich hier nochmal ausführlicher über sie schreiben wollte. Händel ist ebeso Teil der Londoner Geschichte, Telemann der Hamburger und Fasch der Thüringer. Stolz kann aber jeder Sachsen-Anhalter sein!
