Tag der Befreiung und Ende des 2. Weltkriegs

Los Angeles Examiner – Ausgabe vom 07. Mai 1945

Am heutigen Tag vor 75 Jahren hat sich das deutsche Reich bedingungslos ergeben und damit dem 2. Weltkrieg im Europa ein Ende gesetzt.

Der Krieg, der schon von langer Hand geplant worden war, hatte Millionen von Toten gefordert und Europa in Schutt und Asche gelegt. Jedoch war es kein Krieg wie es sie es schon davor in der Geschichte gegeben hat, da es nämlich in diesem nicht nur um die Eroberung und Unterwerfung von anderen Ländern ging, sondern auch die Verfolgung und Ermordung von Menschen die in der Ideologie der Nationalsozialisten als „Minderwertig“ galten. Einer der Gründe warum der Verlauf des Krieges in Osteuropa so zerstörerisch, inhuman und brutal war liegt eben in jener menschenverachtenden Ideologie die die Auslöschung der slavischen Völker vorsah, sowie die anderer Gruppen wie Juden und Sinti und Roma.

Anfangs sah es noch so aus, als ob die nationalsozialistische Kriegsmaschinerie unbesiegbar wäre (1939-1942), doch dies änderte sich 1943 mit der Niederlage in Stalingrad und Kursk. Schließlich, mit der erfolgreichen Operation D-Day von den westlichen Alliierten am 6. Juni 1944, besiegelte es endgültig das Schicksal von Hitler-Deutschland.

Am 8. Mai 1945 ergab sich Deutschland bedingungslos, und der Weltkrieg war vorbei.

Der Britische Premierminister Winston Churchill und die Britische königliche Familie
winken vom Balkon des Buckingham Palance während der V-E Day Feier in London

Bild: Reg Speller/Getty Images
General Stumpf, Feldmarschall Keitel und Admiral Friedeburg unterzeichnen das Deutsche Dokument der Kapitulation
Berlin am 8. Mai 1945

Befreiung von der Terrorherrschaft

Der Kollaps des NS-Regimes hat auch der Diktatur der Tyrannei ein Ende gesetzt.

In den 12 Jahren seiner Existenz wurden Oppositionelle, Minderheiten, und andere unerwünschte Gruppen und Personen unterdrückt, verfolgt, ihrer Rechte entzogen, eingesperrt, und/oder ermordet durch Erschießungskommandos, Gaskammern, oder anderes. Der größte Teil der Bevölkerung hat die Situation so hinggenommen; Widerstand gab es in Anbetracht der Zahl aller Bewohnern nur wenig.

Zum einen wurden sehr früh, schon im Jahr 1933, die Gegner der NSDAP verfolgt und ermordet – vor allem die Sozialdemokraten und Kommunisten die politisch eine starke Opposition gegenüber den Nationalsozialisten waren. Zum anderen diente die „Volksgemeinschaft“, sowie eine leichte Änderung des materiellen Wohlstandes in den Vorbereitungsjahren zum Krieg, dazu alle Menschen darauf einzustimmen. Andere profitierten davon (z. B. Unternehmer die in dieser Zeit ihre Konkurrenz günstig aufkaufen konnte, weil dieser aufgrund seines jüdischen Glaubens enteignet wurde oder gezwungen war sein Geschäft unter geringerem Wert zu verkaufen), und dann gab es noch die wo aus Angst nichts unternommen haben und diejenigen die Anhänger des Nazismus waren. Es gibt noch viele andere Faktoren, so gibt es die These, dass vielleicht eine gewisse Obrigkeitshörigkeit – die noch aus der Zeit der Monarchie stand – zur schnelleren Akzeptanz geführt hat. Das ist aber nicht ganz unumstritten.

Jene „Volksgemeinschaft“ hat sich daraus definiert wer nicht zu ihr gehörte (z. B. Juden und Homosexuelle), und durch gezielte Maßnahmen von staatlicher und individueller Seite aus ergab sich eine Spirale der Ausgrenzung und Diskriminerung welche später in Vernichtungslager endete.

Es gab auch keine Rückzugsorte, selbst nicht in der Familie. Ein falsches Wort und ein Spitzel in der Familie verrät jemanden an die Gestapo. Selbst ungewöhnliche Aktivitäten ließen einen verdächtig erscheinen. Durch diesen eisernen Griff in allen Bereichen, von öffentlich bis privat, sowie Parallelstrukturen in Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen, ermöglichte es den Nazis die Kontrolle zu behalten.

Ein Indiz das Herrschaftssystem auf lange Zeit zu erhalten, selbst nach Hitler’s Tod, war die Indoktrination der Jugend in die NS-Ideologie. Organisationen wie die Hitler Jugend (HJ) und Bund Deutscher Mädel (BDM) kümmerten sich darum. Es gab auch zahlreiche andere Organisationen in anderen Bereichen – alle mit dem gleichen Ziel: Den Erhalt des Nationalsozialismus und damit der Diktatur.

All das Wissen und die Erkenntnisse über die Zeit geben einen klaren Überblick über diesen totalitären Staatsapparatus, und es kann zurecht gesagt werden, dass es eine Befreiung am 8. Mai 1945 gegeben hat – nicht nur für Europa, sondern auch Deutschland.

Die Nachkriegsgenerationen tragen keine Schuld, aber Verantwortung

Dem deutschen Bildungssystem, sowie der Erinnerungskultur, verdanken wir dem Wissen was uns vermittelt wurde. Auch die Vergangeheitsbewältigung trägt dazu bei. Alle drei sind die Säulen zum Erhalt der Erinnerung an das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte. Es ist daher sehr wichtig und von großer Bedeutung, dass sie erhalten bleiben. Es gewährt Einblick in eine Zeit die für uns heute unvorstellbar ist, doch genau deshalb verstanden werden muss. So schmerzhaft es auch ist, und das kenne ich von der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema, so wichtig ist es auch.

Wichtig um eine Wiederholung zu verhindern, den Opfern zu gedenken, und Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

Die Nachkriegsgenerationen tragen keine Schuld, das wäre auch irrational.

Warum sollte auch jemand für etwas schuldig sein, an dem er nicht im geringsten beteiligt war?

Nein, darum ging es nie. Es geht um die Verantwortung so etwas nicht mehr geschehen zu lassen. Damals mag Deutschland zwar noch von einer monarchischen und autoritären Gedankengut geprägt worden sein, aber heutzutage ist dies nicht mehr der Fall, da seit mehr als 70 Jahren Demokratie in unserem Land herrscht.

In den Jahrzehnten der Demokratisierung hat es glücklicherweise kein Wiedererstarken der grausamen Kräfte der Vergangenheit gegeben, doch auch ähnliche Denkweisen müssen bekämpft werden. Durch Aufklärung und fortgehende Bürgerbeteiligung, sowie das widerlegen von Mythen und Falschaussagen, kann dem stark entgegen gewirkt werden. Vorurteile lassen sich durch zwischenmenschliche Begegnungen abbauen – innerhalb eines Volkes sowie international mit anderen Nationen.

Kernpunkte der Nazi-Ideologie

Bevor der Artikel endet, hier sind noch mal die Ideologischen Standpunkte kurz erklärt:

  • Rassismus:
    Kernstück der Nazi-Ideologie nach dem alle Menschen angeblich unterschiedlich wertvollen Rassen angehören würden
  • Antisemitismus:
    Für Hitler und die Nazis waren Juden die Wurzel alles Übeln und sie sahen in ihnen die Urheber in allem was sie verachteten (Parlamentarismus, Liberalismus, Individualismus, Marxismus)
  • Sozialdarwinismus und Lebensraumideologie:
    Verknüpft mit dem rassistischen Weltbild war die Vorstellung eines „Kampf der Rassen“ in dem die stärkeren Völker die schwächeren Völker unterwerfen und vernichten würden -> Lebensraumideologie bildete sich daraus welche die gewaltsame Unterwerfung von Osteuropa propagierte und die damit einhergehende Vernichtung oder Versklavung der slawischen Bevölkerung
  • Antikommunismus/Antibolschewismus:
    Hitler war ein fanatischer Gegner des Kommunismus, sein Bezugspunkt war die russische Oktoberrevolution von 1917 die mit dem Sieg der Bolschewiki geendet hatte. Auch die Revolution 1918/1919 in Deutschland wurde von ihm als kommunistische Verschwörung gedeutet. Er setzte Kommunismus mit Bolschewismus gleich und verband es mit seinen antisemitischen Vorstellungen, deshalb waren für ihn „jüdisch“ und „bolschewistisch“ oft genau das Gleiche.
  • Demokratiefeindlichkeit und Antihumanismus:
    Die Nationalsozialisten verachteten auch die Demokratie, dies war gerade zu charakteristisch. Ideen wie Gewaltenteilung, Mehrparteiensystem, Parlamentarismus, freie Wahlen und Meinungsvielfalt war in den Augen der Nazis „undeutsch“ und musste schnellst möglich abgeschafft werden. Der Humanismus, welcher auch für die Schutz von Minderheiten stand, war daher auch von den Nationalsozialisten verachtet.
  • Führerkult:
    Der Gegenentwurf zum demokratischen Rechtsstaat war ein autoritär gelenkter Führerstaat in dem die Macht auf die Person des „Führers“ konzentriert war. Alle staatliche Gewalt – von der Partei, zu staatlichen Behörden bis zum obersten Gericht – wurden auf Hitler ausgerichtet. Der Glaube an den scheinbar „allmächtigen“ und „auserwählten“ Führer war zentral in der NS-Ideologie, und viele Deutsche glaubten daran bis zum Ende des Krieges.
    Formulierungen wie „Deutschland erwache!“ kam einer fast religiösen Bindung zwischen der Bevölkerung und Hitler zum Ausdruck.

Schluss

Wäre es also nach den Willen der Nationalsozialisten gegangen, so hätte Deutschland von den anderen Ländern entweder versklavt oder vernichtet worden müssen. Das ist auch einer der Gründe warum manche Generäle bis zum bitteren Ende gekämpft haben, selbst als alles verloren war. Schließlich war in ihren Auge das bevorstehende Ende, und damit der Frieden, schlimmer als was jetzt noch passiert.
Kurz vor und nach der Niederlage gab es viele Suizide aus denselben Grund, auch weil die Nachricht über den Tod Hitler’s manch seiner Fanatikern dazu geleitet hat das Gleiche zu tun.

Das heutige Deutschland hat das dunkle Kapitel gut aufgearbeitet, und es sollte auch stets in Erinnerung bleiben. Das neue Deutschland hat eine feste Rolle in der internationalen Gemeinschaft, und ebenso in Europa.

Wir können nicht die Vergangenheit ändern, so sehr wie wir es auch wollen würden – der Schrecken der Nazi-Herrschaft bleibt ein unveränderlicher Teil der deutschen Geschichte. Doch an der Zukunft können wir was ändern und diese human, rücksichtsvoll und barmherzig gestalten.

Veröffentlicht von thomasbaroque

Ich schreibe über politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen. Meine eigenen politischen Ziele ebenso. / I write about politics, the economy and science (my English isn't that good, though). My own political goals and ideas as well.

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